Kong
Christian den Fierdes
Reise
omkring de Norske Kyster
indtil den Russiske Grænse
17. April - 13. Jul. 1599
beskreven ved
Jonas Charisius,
kongelig Secretair
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König
Christian des Vierten
Reise
um ganz Norwegen
bis an die Russische Gränze
beschrieben duch
seinen Secretair und Begleiter
Jonas Charisius
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Vorbericht
Diese reise ist eine der ausserordentlichsten, die wohl jemals ein König unternommen. Christian der Vierte, der das Seewesen in seinem ganzen Umfange kannte, und in den beschwerlichsten Reisen eine Ergeszung fand, entzog sich, in den ersten jahren seiner Regierung und seiner Ehe, den Armen einer geliebten Gemahlin, um tief in die kalte Zone hinein eine Schiffahrt anzustellen, die auch Privatpersonen, wenn es ihr Beruf erfodert, nicht ohne furcht and Widerwillen zu thun pflegen. Er führte selbst das Commando, er war mit seinem Admiralschiffe Victor in den grösten Gefahren, und er selbst wird in allen Stellen dieser Reisebeschreibung gemeynt, wo vom Capitain schlechthin die Rede ist. Er hatte bey dieser beschwerlichen Reise eine dreyfache Aussicht. Die erste war, sein Königreich Norwegen auch in den entlegensten Provinzen zu besehen, und nicht allein die Lage, sondern auch den Zustand der Einwohner, ihre Nahrung und Handlung zu erforschen. Die zweyte war, nach eigner einsicht die wahre Gränze dieses Reichs gegen Schweden und Russlandfestzusetzen. Denn der Schwedische Regent Carl XI war schon seit dem Frieden mit Russland 1595 bedacht, seine Gränze auf dieser Seite weit auszudehnen, sich ein beträchtliches Stück von Norwegen zuzueinen, und Unterthanen und Hafen am Nordmeere zu erlangen. Christian IV hatte diese Absichten im Jahre 1597 entdeckt. Merkwürdige Umst¨snde davon sind im zweyten Buch meiner besondern Geschichte von diesem Könige S 251 und 52 angeführt. Carl XI Beharrlichkeit in diesem Stücke war auch die hauptursache des in den Jahren 1611 bis 13 erfolgten Kriegs. Mit russland war die Gränze ebenfalls streitig. Was hierüber im Jahre 1595 vorgegangen, ist in der angeführten Geschichte S 196 zu lesen. Herr Professor Schöning hat in seiner alten Geographie von Norwegen dergethan, dass das ganze Russische Lapland von uralten Zeiten her zu Norwegen gehört hat, und er giebt dasselbe durch die Charte zu erkennen, die er im Jahre 1771 dem ersten Theile seiner Norwegischen Geschichte beygefügt. Christian IV wollte wenigstens zum Theil die alte Gränxze wieder herstellen, und hat, vermuthlich während dieser Reise, af der Insel Hellignäs, in der Gegend von Kola, eine Gränzscheidung setzen lassen. Seine Reise ist auch ein gutes Stück jenseits Vardöhus gegangen, in Hafen, die itzt [?] zum Russischen Gebiete gerechnet werden.
Das dritte Augenmerk des Königs war, sich der Herrschaft auf dem Nordmeere zu versichern, und fremden Schiffen, die nicht mit seinem Passe vesehen waren, keine Fischerey und Handlung auf den Norwegischen Küsten und selbst nicht die Fahrt nach Archangel zu gestatten. König Friedrich II hatte sich schon in den Jahren 1577 und 1587 dieser neuen Schiffahrt lebhaft wiedersetzt, wiel die seine Einkünfte im Sunde verringerte, und seine entlegnen Küsten den Beeinträchtigungen der Fremden blos stellte. Er hatte sie blos der Russischen Compagnie in London gegen ein Jährlliche Abgabe von 100 Rosenobeln erlaubt. Es war eben, um mit nachdruck über diesen Tractat zu halten, dass der König acht wohlbemannte schiffe mit sich führte, und mit den Englischen und Holländischen schiffen, die in diesen Gewässern betroffen wurden, und keinen Dänischen Pass hatten, ode ein unrichtigen vorzeigtenten nach aller Strenge verfuhr. Die Wegnemung zwey Englischer schiffe, die bey der Insel Kildin in der fischerey und Handllung mit den russen begriffen waren, erweckte ein grosses Misvergnügen bey der Königin Elisabeth. Es ward deswegen im folgenden Jahre eim Congress zu Emden angefest, der sich wegen der allzuspäten Ankunft der Englischen Gesandten zerschlug. Und auf dem Congresse zu Bremen 1602 waed den Engländern diese Schiffart blos blos auf Lebzeiten der Königin Elisabeth gegen die bisherige Abgabe bewilligt. Geschichte K. Christian IV. II Buch S 291 und 324. Die Rechte des Königs zu vertheidigen, ist um diese Zeit eine Abhandlung under dem Titel geschrieben worden: Discursus historicus om de Englænders og Nederlænders Seilads udi Norden, welche Herr Professor Schöning aus einer Handschrift anführt, in seiner alten Geographie von Norwegen S 71.
Bey ausgabe der gegenwärtigen Reisebeschreibung habe ich drey hin und wieder von einander abweichende Copien zusammen gehalten, und die eine durch die andre verbessert; denn das Original ist Veilleicht nicht mehr vorhanden. In der einen von diesen Handschriften stehen einige Zeichnungen, die sonder Zweifel vom Verfasser selbst herrühren. In der zweyten ist blos ein lediger Platz dazu gelassen, da der Abschreiber mit dem Zeichenen nicht zurecht kommen können; und in der dritten vermisst man sie gänzlich. Sie sind aber von keiner Erheblichkeit, and man findet bessere Abbildungen in neuern Büchern. Es ist z. Ex. die Gestalt eines Rennthiers, die Kleidung eines Lapländers, und eines Russen aus dieser Gegend darin vorgestellt, wie auch die blos nach dem Augenschein entworfne lage verschiedner Norwegischen Hafen. Ich habe sie daher weggelassen. Nur in der ältesten von den beobachten drey Copien wird Jonas Charisius als Verfasser genannt, die andren beiden haben keine ausführliche Titel. Es ist keine Ursache vorhanden, an der Richtigkeit hiervon zu zweifeln, und dieses ist auch die durchgängige Meynung der Sammler und Kenner von Dänischen handschriften. Der Name eines Jonas Charisius dient der gegenwärtigen zu keiner geringen Empfehlung. Es war ein gelehrter und in Statssachen sehr geübter Mann, de den König oft begleitete, und auch oft von ihm an auswärtige Höfe vesicht ward. Er starb gegen Ende des Jahres 1619, und seine Familie, die annoch blühet, ist 1659 in den Adelstand erhoben worden.
Die Beschreibung einer Seereise enthält natürlicher Weise manches, das nur einen Seefahrer, und nicht einmal einen jeden, interessirt. Gleichwohl habe ich diese Bescheibung unverstümmelt mittheilen wollen. in der Meynung, dass solches den meisten Lesern gefalle. Der grösere theil derselben ist dargegen sehr unterhaltend, nicht allein wegen der wichtigen gegenstände, der königliche Reise, sondern auch wegen der eingestreuten Bemerkungen ¨ber die lage, Beschaffenheit und naturhistorie von Norwegen, insonderheit von Finmarken, und über den damaligen Zustand des Contors zu Bergen.
Ueber Finmarken ist 1767 vom Herrn Knud Leem, Professor der Lapländischen Sprache bey der Missions-Anstalt in Drontheim, ein kostbares Werk auf Dänisch und Lateinisch herausgegeben worden. Es bezieht sich mit den vielen beygefügten Kupfern meistens auf die Sprache, die Sitten und die Lebensart der Einwohner. Noch neuere Nachrichten, nebst einer einer zuverlässigen Charte, sind vom gelehrten Professor im Wien, dem Pater Hell, in dem angekündigten Werke über seine Astronomische Reise nach finmarken in den Jahren 1768 und 69 zu erwarten. Der durch andre gelehrte Schriften bekannte Sorenschreiber in Finmarken Hans Paus hat auch während seines Aufenthalts daselbst eine beträchtliche Samlung zur Beschreibung dieser Landes gemacht. Allein er ist über dieser Arbeit weggestorben, welcher ein geschichter Herausgeber zu wünschen ist.
Von der königlichen Reise selbst findet man in den Geschichtschreibern nur unvollständige, und zum Theil fehlerhafte Nachrichten. höier setzt sie in seiner Dänische Hisstorie S. 392 irrig ins Jahre 1602. Holberg gedenkt ihrer mit wenigen in seiner Geschichte und etwas ausführlicher des Aufenthalts in Bergen, in seiner besondern Beschreibung von Bergen S. 24. Nach ihm ist der König auf dieser Reise von seinen Bruder, Herzog Ulrichen, begleitet worden. Er irret aber indem er sagt, dass der König sich fast ein Monat in Bergen verweilt. Denn derselbe ist nur vom 25 Jun. bis 1 Jul. da verblieben.
Slange hat in seiner Geschichte Christian IV S. 150 verschiedne von andern unangezeigte Umstände. Doch irret er sich in dem Datum, indem er die Zurückkunft des Königs nach Kopenhagen, die schon den 13. Jul geschah, auf den 1 aug fesst. Nach ihm ist Byrge Trolle Admiral der Königlichen Flotte gewesen.
Ein Par kleine anmerkungen, die unter dieser Reisebeschreibung stehen, und den Gebrauch der rennthiere bey den Lapländer betreffen, sind von einem abschreiber hinzugefesst, der Finmarken aus eigner Erfahrung gekannt hat. Vermuthlich ist der obengedachte Herr H. Paus dieser Abschreiber gewesen.
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